Betriebliches Gesundheitsmanagement
Unter betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wird ein umfassendes Konzept zur Prävention und Gesundheitsförderung verstanden, das sowohl die Arbeitsbedingungen als auch das individuelle Gesundheitsverhalten berücksichtigt. Das Konzept umfasst die drei Bereiche «Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz», «Betriebliche Gesundheitsförderung» und «Abwesenheitsmanagement/ Care Management».
- Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: Hier geht es um die Sicherheit am Arbeitsplatz, um die Vermeidung von Berufsunfällen sowie Berufskrankheiten und um den Objektschutz. Dieser Bereich ist stark reglementiert.
- Betriebliche Gesundheitsförderung: Bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung geht es um Prozesse und Massnahmen, die darauf abzielen, die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern und zu erhalten. Das Ziel ist, Ressourcen zu stärken und Belastungen zu reduzieren. Damit soll Einfluss auf die jeweilige Situation der Organisationseinheit und auf die einzelnen Mitarbeitenden genommen werden.
- Abwesenheitsmanagement und Care Management:Das Abwesenheitsmanagement beinhaltet die systematische Erfassung und Analyse der Absenzzahlen wegen Unfall oder Krankheit sowie die Begleitung von abwesenden Mitarbeitenden. Beim Care Management geht es um die Begleitung und Betreuung von Mitarbeitenden, die langzeitkrank sind mit dem Ziel, sie wieder bald und nachhaltig zurück in den Arbeitsprozess zu bringen. Eine gewinnbringende Zusammenarbeit mit allen Beteiligten wie Vorgesetzte, Personalverantwortliche, Versicherungen, Vertrauensärzten und Angehörige ist hier zentral.
Wenn alle drei BGM-Bereiche gezielt ineinandergreifen und mit weiteren Unternehmensprozessen (z.B. den Personalprozessen) kombiniert werden, handelt es sich um ein nachhaltiges und ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement. Dazu wird eine Steuerung (Administration und Controlling) aufgebaut.
Alle drei BGM-Bereiche haben einen wechselseitigen Einfluss auf die Organisation, auf die Mitarbeitendenführung und auf das Gesundheitsverhalten der Mitarbeitenden. «Eine nachhaltige Strategie des betrieblichen Gesundheitsmanagements sollte dazu führen, dass für die Themen Gesundheit und Krankheit im Rahmen der vorherrschenden betrieblichen Werte, Normen und Verhaltensweisen ein fester Platz erarbeitet wird.» (Eberhard Ulich / Marc Wülser: Gesundheitsmanagement in Unternehmen, 2018). Somit steht das BGM in einem reziproken Verhältnis zur Unternehmenskultur.
Die Art und Weise, wie Führung verstanden und gelebt wird, ist der grösste einzelne Einflussfaktor auf die Gesundheit der Mitarbeitenden; deshalb wird die Führungskultur (als Teil der Unternehmenskultur) im BGM als Handlungsfeld fokussiert. Führungspersonen nehmen im direkten Austausch mit den Mitarbeitenden Einfluss auf deren Gesundheit, beispielsweise über einen wertschätzenden, authentischen Führungsstil und über die Wahrnehmung von problematischen Entwicklungen (Früherkennung, Frühintervention). Zudem beeinflussen sie die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden indirekt über die Arbeits- und Organisationsgestaltung (z.B. Aufgabenverteilung, Zielsetzungen, Ressourcenplanung). Und nicht zuletzt spielt der Umgang der Führungspersonen mit der eigenen Gesundheit eine wesentliche Rolle (Vorbildfunktion).
Autor: Urban Kaiser
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